Eine Art Statement
Mission hatte uns als Familie bisher nicht ernsthaft beschäftigt. Das Christentum hatte zwar schon immer missioniert, aber warum sollten ausgerechnet wir ins Ausland gehen, um Mission zu treiben? Die älteren Generationen verschonten uns nicht mit Geschichten von großartigen Glaubenshelden, die alles riskierten ... und manchmal auch alles verloren, aber 'um des Herrn Willen' alle Unannehmlichkeiten ertrugen. - Solche Aussichten reizten uns nicht.
Bedeutet 'Missionar Sein' tatsächlich, dass man alles verliert, was einem lieb und teuer ist? Ich denke, das ist ein zweitrangiges Phänomen. Wertgegenstände und sogn. Luxus-Artikel mögen wir zwar auch gerne, aber sie sind nicht das Wichtigste in unserem Leben. Für uns stellt sich immer wieder die Frage: Was ist uns wirklich wichtig? - In der Weltmission werden Leute ausgesandt, die den Versuch wagen wollen, an ungewohnter Stelle zu leben und zu arbeiten. (Dies setzt bei einer durchschnittlichen mitteleuropäen Familie in vielen Lebensbereichen die Bereitschaft zu einem gewissen Vericht voraus.) Wir wollen den Schritt in die Mission wagen, weil Gott uns den Weg voraus gegangen ist; wir sind von Gott und Menschen gesandt, ihm selbst zu folgen, in diesem Fall nach Sierra Leone in Afrika. Als Missionare versuchen wir daher vor allem unsere Mission im Auge, zu haben sie soll uns lieb und teuer sein.
Sendung geschieht immer und immer wieder. Wenn Gott aus sich heraus geht, werden Menschen gesandt, um an Orte zu gehen, wo sonst niemand hin geht, wo man sonst höchstens Urlaub machen würde. Es ist nun mal riskant, sich Gott ganz und gar anzuvertrauen. Aber das Risiko tragen wir ja nicht allein: Gott ist es, der uns trägt, die Christen in seiner Gemeinde sind es, die uns begleiten - auch auf Distanz. Somit wissen wir uns gesandt, das Exotische zu unternehmen, das Ungewöhnliche zu wagen, den Schwierigkeiten nicht aus dem Weg zu gehen; sonst wären wir Gott aus dem Weg gegangen. - Keiner kann wissen, ob das Unternehmen gelingt. Aber wir wissen, dass Gott mit uns geht, weil er uns dahin gesandt hat.